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America first – und andere Dystopien, die Entwicklungspolitik in Frage stellen

Radiosendung vom 03.02.2017


America first, der Bau einer riesigen Mauer, Einreiseverbot für Muslime aus sieben Staaten, die angekündigte Reduktion der Zahlungen an die Vereinten Nationen bis zu 40% etc. etc. – spätestens nach der ersten Woche der neuen Administration der USA hat sich klar gezeigt, dass Abschottung und Inselstaatlichkeit nicht nur Wahlkampfslogan, sondern Realpolitik sind. Zugleich hat letzte Woche George Orwells Roman „1984“ – geschrieben 1948 – in der englischsprachigen Welt in neuen Editionen die Bestsellerlisten erklommen, mit Sicherheit kein Zufall in einer globalen Situation, die sich größten Bedrohungen ausgesetzt sieht.

Mit Utopien und Dystopien – den zwei Seiten jener Medaille, welche die menschliche Suche nach radikalen Lösungen aus dem Dilemma der unvollkommenen Existenz symbolisiert – setzt sich der Physiker Johannes Schmidl seit langem intensiv auseinander. Dabei geht es wesentlich um den Umgang und um die – gerechte? – Verteilung von beschränkten Ressourcen. Und damit um die mitunter Jahrhunderte alten Gedankenexperimente, worin die ideale Gesellschaftsordnung bzw. deren Gegenteil besteht. Sein neues Buch „Bauplan für eine Insel – 500 Jahre Utopia“ hat durch die jüngsten Ereignisse besondere Aktualität erlangt und ist vor kurzem in die „Top Ten der Zukunftsliteratur“ gewählt worden. Johannes Schmidl ist zu Gast bei Andreas Obrecht, wobei in dem Gespräch insbesondere auch reale Folgen des dystopischen/utopischen Denkens und Handelns für die Entwicklungspolitik ausgelotet werden sollen.

Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gast: Dipl.Ing. Johannes Schmidl, Energiekonsulent und Sachbuchautor

Aktuelle Bücher:
Johannes Schmidl (2016): Bauplan für eine Insel. 500 Jahre Utopia. Verlag Sonderzahl Wien, ISBN 978 3 85449 455 3
Johannes Schmidl (2014): Energie und Utopie. Verlag Sonderzahl Wien. ISBN 978 3 85449 412 6

Link zur Zukunftsbibliothek

Musik: Dani Alba - Bario, The Mind Orchestra - Moonlight, Kate Orange - Why, Spleen Musical - Shine Star. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Wem gehört der Müll? Wer verdient am Recycling?

Radiosendung vom 23.12.2016





















Müll belastet nicht nur die Umwelt und vergeudet kostbare Rohstoffe. Müll ist inzwischen auch Einkommensgrundlage: Für Start-Up Firmen der Recyclingindustrie, für hunderttausende Menschen in den Metropolen des globalen Südens, die zwischen Müllentsorgern und Müllverwertern soziale Kämpfe um ihre Rechte führen. Weniger Abfall produzieren, Müll umweltgerecht entsorgen, Wertstoffe zurückgewinnen: So lautet die Devise derer, die darum wissen, dass der wachsende Abfall aus Plastik, Elektroschrott und Haushalts- sowie Industriemüll neue Probleme schafft.

Gestaltung und Moderation: Martina und Anna, eine Sendungsübernahme vom Südnordfunk iz3W

Musik:Triplexity-Lucky Number Seven; Regis V. Gronoff-Underground in London; Magicblackeys-Mambo latino; Petite Viking-African Dream. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Universitäre Entwicklungssoziologie und die Popularisierung des soziologischen Denkens

Radiosendung vom 09.12.2016


Die Soziologie ist eine junge Wissenschaft – nicht älter als 200 Jahre. Ursprünglich aus der Philosophie und der Sozialen Physik kommend, hat sie die „Gesellschaft“ als Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnissuche entdeckt. Im Zuge der weltweiten Dekolonialisierung ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts spielte die Soziologie eine maßgebliche Rolle im Entwicklungsdiskurs und damit in der analytischen Betrachtung der Verhältnisse zwischen Nord und Süd, zwischen armen und reichen Ländern.

Klaus Zapotoczky war langjähriger Ordinarius der Abteilung für Politische Soziologie und Entwicklungsforschung an der Johannes Kepler Universität Linz. Claudia Pass – die ebenfalls an der Uni Linz Soziologie studiert hat – steht dem Berufsverband der Soziologinnen und Soziologen Österreichs vor und ist Mitherausgeberin der Zeitschrift „Soziologie heute“, die soziologisches Denken über Mensch und Gesellschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen will. Klaus Zapotoczky und Claudia Pass sind zu Gast bei Andreas Obrecht und diskutieren über die gesellschaftliche Relevanz der Soziologie gestern und heute – insbesondere auch in vergangenen und gegenwärtigen Entwicklungskontexten.

Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste:
Univ.-Prof. em. Dr. Klaus Zapotoczky, ehemaliger Ordinarius an der Abteilung für Politische Soziologie und Entwicklungsforschung an der Johannes Kepler Universität Linz, Mitglied des Kuratoriums der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) bei der OeAD GmbH
Mag. Dr. Claudia Pass, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Soziologinnen und Soziologen Österreichs und Mitherausgeberin der Zeitschrift „Soziologie heute

Aktuelles Buch: Klaus Zapotoczky (2016): Wechselwirkungen zwischen Mensch und Gesellschaft, Trauner Verlag Linz, ISBN: 978-3-99033-244-3

Musik: Kingstone - Chicago, Reno Project - Little Cookie, Professor Kliq - Wire & Flashing Lights, Kara Square and Piero Peluche - Just a Glass. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Film als Kunst- und Kulturform: Entwicklung zwischen Eurozentrismus, Exotisierung und Engagement

Radiosendung vom 25.11.2016

























Im Rahmen der Filmtage „Wissen.Schafft.Entwicklung.“, die heuer in Kooperation mit dem
VIII. Mittelamerikanischem Filmfestival und dem this human world - Festival stattfinden, werden Dokumentationen gezeigt, die sich mit der Abholzung der Regenwälder, indigenem Widerstand, der in diesem Jahr ermordeten Umweltaktivistin Berta Caceres aus Honduras, dem Völkermord in Ruanda und den restriktiven Gesetzen für LGBTIQ Personen in Uganda beschäftigen.

Im Fokus dieser Sendung steht, neben den preisgekrönten Dokumentationen engagierter Filmemacher/innen und entwicklungsrelevanten Forschungsergebnissen, die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur als intellektuelle und transkulturelle Begegnungsräume im Spannungsfeld zwischen Eurozentrismus, Exotisierung und Engagement.

Mit den Veranstalter/innen der renommierten Filmfestivals gehen wir den Fragen nach ob und inwieweit Film als Kunst- und Kulturform Entwicklung beeinflussen kann und wie sich Akteur/innen in diesem Spannungsfeld bewegen.

Mittels der Filmtage machen die Kommission für Entwicklungsforschung und das Hochschulkooperationsprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (KEF/APPEAR) entwicklungspolitische Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Nach den gezeigten Dokumentationen diskutieren renommierte Wissenschaftler/innen und KEF/APPEAR Projektpartner/innen über ihre Erfahrungen in den Regionen Mittelamerika und Ostafrika, und berichten über ihre Forschungsergebnisse zu den Themen Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung, auch aus Sicht der dort lebenden Bevölkerung.

Das offizielle Programm finden Sie hier und auf den Webseiten von KEF und APPEAR.

Gestaltung und Moderation: Maiada Hadaia (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste: Djamila Grandits, Leitung this human world - Festival
Dr. Enrique Bedoya, Leitung Mittelamerikanisches Filmfestival
Mag.a Anico Herbst, Programmkoordinatorin Mittelamerikanisches Filmfestival

Musik: Migala-Pietre; Xauen la banda del mono Titi-Miro al cielo tada via; Petite Viking-African dream. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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UN-Jahr der Hülsenfrüchte 2016 – die eierlegende Wollmilchsau?

Radiosendung vom 11.11.2016




2016 wurde von den Vereinten Nationen als das internationale Jahr der Hülsenfrüchte ausgerufen. Die FAO – die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen – hat es sich zum Ziel gesetzt, einer breiten Öffentlichkeit die Vorteile der Hülsenfrüchte als Proteinquelle zu vermitteln, deren Anbau, Produktion und Verbreitung nicht nur der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit zugutekommt, sondern auch eine Reihe gesundheitlicher Vorteile für die Endverbraucher/innen mit sich bringt.

2016 ist aber auch das Jahr, wo es so viele Hungernde auf der Welt wie nie zuvor gibt. Nicht nur, aber besonders in Ländern des globalen Südens ist das ein massives Problem. Der Begriff Ernährungssicherung umfasst jedoch weit mehr als nur die Verfügbarkeit und den Zugang zu Nahrung. In dieser Sendung wollen wir uns mit Ernährung in Ihren unterschiedlichen Facetten befassen. Ist Hunger oder Mangelernährung immer ein Problem von Armut und fehlender Nahrung generell? Welche ethischen Aspekte spielen in der Welternährung eine Rolle? Was braucht der Mensch wirklich, können Hülsenfrüchte die hohen Erwartungen erfüllen – handelt es sich bei ihnen um die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau? Und welche Rolle in alledem spielt die Lebensmittelindustrie?

Gestaltung und Moderation: Doris Bauer (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Im Interview:
Dr. Friederike Bellin-Sesay, Ernährungswissenschafterin, Universität Gießen und Universität Wien
Gäste:
Mag. Erwin Lengauer, Bioethiker, Koordinator des Projekts „Interdisziplinäre Ernährungsethik“ der Universität Wien
Mag. Brigitte Reisenberger, Geschäftsführerin von FIAN Österreich

Musik: Captain AdHoc & The Spradic Sinners - The Monkey Kingdom. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

Die Beiträge des Poetry Slams wurden vom Veranstalter C3 - Centrum für internationale Entwicklung zur Verfügung gestellt. Zu hören sind Markus Köhle, Lisa Lehner, Janea Hansen und Mieze Medusa.

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