WELT IM OHR Bildung Forschung Entwicklung

Welt im Ohr ist 5 – Jubiläumssendung

Radiosendung vom 31.03.2017




Am 30. März 2017 feierte das Team von Welt im Ohr gemeinsam mit Fans, Freund/innen, ehemaligen und zukünftigen Gästen und Hörerinnen und Hörern das fünfjährige Bestehen der Sendereihe Welt im Ohr. Vor einem gut gefüllten RadioCafe im Radiokulturhaus moderierten Maiada Hadaia und Doris Bauer eine einstündige Jubiläumsausgabe, stellten die neue Jubiläums-CD vor, interviewten Gäste und geleiteten durch den Abend. Musikalisch untermalt war dieser von Mamadou Diabatè und Yacouba Konate.

„…es ist die Premiere für Welt im Ohr, eine Sendereihe, die in Zukunft auch öfter laufen soll…“ Mit diesen Worten leitete Maiada Hadaia vor über fünf Jahren die allererste Ausgabe von Welt im Ohr ein. Dieser ersten Sendung folgten weitere, die allererste Anmoderation bewahrheitete sich, denn Welt im Ohr lief nicht nur „noch öfter“, es läuft bis heute.Eine Erfolgsgeschichte, aus der für dieses Jubiläum ein besonderes Geschenk hervorgegangen ist. „100 Sendungen ist eine ganze Menge…“…mit diesem Ausspruch wurde die Idee geboren, all unseren Hörerinnen und Hörern, unseren Gästen und treuen Fans der ersten Stunde, aber natürlich auch den Radiomacher/innen selbst und den Menschen hinter und um Welt im Ohr diese 100 Sendungen in neuem Gewand und neuem Kontext zu präsentieren. „Fünf Jahre Welt im Ohr“ lautet der Titel einer Jubiläums-CD, die sich aus den Lieblingssendungen der Menschen zusammenfügt, die hinter Welt im Ohr stehen.

Dieser Podcast ist so besonders wie sein Anlass. Nicht wie üblich wird eine Stunde präsentiert, sondern im Anschluss an die Sendung gaben Mamadou Diabatè und Yacouba Konate ein gut 20-minütiges Konzert, das diese Jubiläumsausgabe von Welt im Ohr abschließt. Das Welt im Ohr-Team bedankt sich herzlich dafür!

Gestaltung und Moderation: Maiada Hadaia und Doris Bauer (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)

Gäste:
Rainer Rosenberg – Leiter der Abteilung Spezialprogramme ORF Ö1 und Gründer von ORF Ö1 Campus
Priv.-Doz. Dr. Maria Wurzinger – Centre for Development Research und Institut für Nutztierwissenschaften/Universität für Bodenkultur Wien
Mag. Heribert Buchbauer – Abteilungsleiter V/6 Internationale Forschungskooperationen/Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Dr. Michelle Proyer – Institut für Bildungswissenschaft/Universität Wien
Ao.Univ.Prof. DI Dr. MAS (GIS) Harald Vacik – Institut für Waldbau/Universität für Bodenkultur Wien
Jacqueline Murekasenge, M.Ed – Hope Africa University/Burundi und Institut für Internationale Entwicklung/Universität Wien
Univ.-Doz. Mag. Dr. Ruth Kutalek – Abteilung Sozial- und Präventivmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien, Vorsitzende des Kuratoriums der KEF
Dipl.-Ing. Dr. Andreas Melcher – Leiter des Centre for Development Research/Universität für Bodenkultur Wien
Univ.Doz. Dr. Andreas Obrecht – Leiter der Abteilung Bildung und Forschung für internationale Entwicklungszusammenarbeit/OeAD-GmbH

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Mein Land? Dein Land? Unser Land? Deren Land?

Radiosendung vom 17.03.2017


Dass das Land denen gehört, die es nutzen, wäre eine sehr einfache Formel. Doch die Thematik zu Besitz und Land ist eine hochkomplexe. Insbesondere in Ländern des globalen Südens, wo eine genaue Dokumentation darüber, wem Land gehört oder wer dieses wie nutzen darf und wie das genau geregelt ist, teilweise erst im Entstehen begriffen ist.

In Äthiopien sind in den letzten Jahren umfassende Reformen für Armutsreduktion und nachhaltige Entwicklung in Gang gesetzt worden. Eine davon ist die Etablierung eines modernen Landadministrationssystems. Als Folge davon zeigt sich nun, dass ein neues Verwaltungssystem alleine noch lange nicht ausreicht um eine Situation zu verbessern. Auf der einen Seite fehlt gut ausgebildetes Personal, das dieses System auch bedienen kann, auf der anderen Seite steht die Frage, wem welches Land denn nun wirklich gehört und wie eine bisher praktisch gelebte Kultur in ein theoretisches, administratives Schema eingepasst werden kann.

Das Projekt EduLAND, welches von APPEAR, dem Hochschulkooperationsprogramm der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, gefördert wird, hat sich die Beantwortung dieser Fragen zum Ziel gesetzt. Neben der Einrichtung eines Instituts für Landadministration an der Debre Markos University, soll die Situation wissenschaftlich fundiert untersucht werden. Eine besondere Rolle kommt hierbei auch der Gendersituation zu, der Frage ob und wie weit Frauen hier Männern gleichberechtigt gegenüberstehen.

Über die Wichtigkeit oder vielleicht auch Unwichtigkeit Land und Besitz zu definieren, die historische Entwicklung und die Genderfrage dieser komplexen Thematik kommen in dieser Live-Sendung Reinfried Mansberger und Birgit Englert zu Wort, im Interview hören Sie Sayeh Kassaw Agegnehu.

Gestaltung und Moderation: Doris Bauer (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste:
Dr. Birgit Englert, Institut für Afrikawissenschaften/Universität Wien
Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Reinfried Mansberger, Institut für Vermessung, Fernerkundung und Landinformation (IVFL)/BOKU Wien
Im Interview: Dr. Sayeh Kassaw Agegnehu, Vice President for Business and Development of the University and staff member of the Institute of Land Administration/Debre Markos University Ethiopia

Musik: José Konda– Kimbala, Golgotha, Bolingo Na Yo Nkolo, Masiya. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Ari heißt Löwe – Erinnerungen eines Unbeugsamen

Radiosendung vom 03.03.2017



Im Rahmen des Palästina-Schwerpunktes der Abteilung Bildung und Forschung für Internationale Entwicklungszusammenarbeit in der OeAD-GmbH sendet „Welt im Ohr“ ein Gespräch, das Herbert Gnauer 2015 mit dem Journalisten und Intellektuellen Ari Rath in einem Wiener Caféhaus geführt hat. Am 13. Jänner 2017 starb Ari Rath im Alter von 92 Jahren in seiner Geburtsstadt Wien. Im Alter von 13 Jahren gelang Ari Rath im November 1938 die Flucht nach Palästina. Dort war er Gründungsmitglied des Kibbuz Hamadia, in dem er auch lange Jahre lebte. Nach seinem Studium der Zeitgeschichte und Volkswirtschaft arbeitete er als Journalist bei der renommierten Jerusalem Post, die er später als Chefredakteur leitete. Ari Rath war ein vehementer Verfechter einer friedlichen Koexistenz von Israelis und Palästinensern. 2007 nahm er neben seiner israelischen Staatsbürgerschaft auch wieder die österreichische an und lebte teilweise wieder in Wien.

Die Sendung ist übernommen und unter BY-NC-SA V4.0 AT lizensiert. Sie wurde am 12.10.2015 auf Radio Orange 94.0 erstausgestrahlt unter dem Titel „Ari heißt Löwe – Erinnerungen eines Unbeugsamen“. Herbert Gnauer im Gespräch mit Ari Rath.

Die Entwicklungspolitischen Filmtage Linz, die zwischen 9. und 12. März stattfinden, stehen ganz im Zeichen von Palästina – die Themen Besatzung, Kolonisierung, Neoliberalismus, gesellschaftliche Fragmentierung sowie Kunst als Ausdrucksform des Alltags stehen im Mittelpunkt. Am 11. März 2017 werden im Moviemento Kino das APPEAR-Projekt„Rooting Development in the Palestinian Context“und das KEF-Projekt „Palestinizing Development“ im Rahmen eines Film- und Diskussionsabends vorgestellt.

Aktuelles Buch: Ari Rath (2012): Ari heißt Löwe - Erinnerungen. Aufgezeichnet von Stefanie Oswalt. Paul Zsolnay Verlag, Wien

Musik: SaReGaM-One Thousand And One Nights (featuring Hamelin Bérengnier). Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Gutes Leben für wen? Bericht über einen engagierten Kongress in Wien

Radiosendung vom 17.02.2017


Gutes Leben für alle - unmöglich, realisierbar, utopisch? Eine Frage und viele Antworten, manche davon eigennütziger, andere wiederum global gedacht. Welt im Ohr hat sich gemeinsam mit Redner/innen und Besucher/innen des Kongresses „Das Gute Leben für alle“, der von 9. bis 11. Februar 2017 in Wien stattgefunden hat, auf die Suche nach alternativen Gestaltungsmöglichkeiten für ein gelungenes, aber andere nicht einschränkendes Leben begeben. Wie soll eine lebenswerte und gerechte Welt gestaltet sein und wer bestimmt darüber? In diesem Beitrag werden aktuelle Debatten aus der Umwelt- und Entwicklungspolitik mit Beispielen aus Brasilien verknüpft, einem Land das widersprüchlicher nicht sein könnte. Es wird über Gefühle der Ohnmacht und die Grenzen des eigenen Handelns ebenso gesprochen wie über „Sackgassen“, in die ein jeder auf dem Weg zu einem guten Leben geraten kann. Bedingt die Armut des einen den Reichtum des jeweils anderen? Lässt sich ein Konsens im Denken und im Handeln finden, der den „unmoralischen Individualismus“ zu einem gemeinnützigen solidarischen Leben – zum Wohl von Mensch und Natur – transformieren könnte? Der engagierte Diskurs in Wien wird auch durch weitere Kongresse dieser Art in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.


Sendungsgestaltung: Maiada Hadaia (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)

Im Interview:
Prof. Dr. Hartmut Rosa, Soziologe, Politikwissenschaftler, Friedrich Schiller Universität Jena, Co-Herausgeber von Time and Society
Dipl.-Geographin Lili Fuhr, Referentin für Internationale Umweltpolitik, Heinrich-Böll-Stiftung
M.Sc. Elisabeth Grimberg, Forscherin am Instituto Polis, Sao Paulo, Aktivistin im Bereich der Materialsammler/innen in Brasilien
M.Sc. Gilberto Ohta de Oliveira, Betriebswirt, Gründungsmitglied von Cooperagua, einer Kooperative für eine nachhaltige und solidarische Bewirtschaftung im Atlantischen Regenwald
Dr. Bernhard Leubolt, Sozialwissenschaftler, Redakteur des Journals für Entwicklungspolitik, Mitherausgeber der Südwind-Studie zu Solidarökonomie in Brasilien
Univ.-Prof. Dr. Andreas Novy, Leiter des Institute for Multi-Level Governance and Development, Wirtschaftsuniversität Wien, Kongressveranstalter

Link zur Südwind Studie

Musik: Rebonnat Mostha-Samba par ici, Daniel Brandell-Que pena tanto faz recreation edit, Oursvince- Spanish Samba 2, Giulio Bradamante-Fla-mbe. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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America first – und andere Dystopien, die Entwicklungspolitik in Frage stellen

Radiosendung vom 03.02.2017


America first, der Bau einer riesigen Mauer, Einreiseverbot für Muslime aus sieben Staaten, die angekündigte Reduktion der Zahlungen an die Vereinten Nationen bis zu 40% etc. etc. – spätestens nach der ersten Woche der neuen Administration der USA hat sich klar gezeigt, dass Abschottung und Inselstaatlichkeit nicht nur Wahlkampfslogan, sondern Realpolitik sind. Zugleich hat letzte Woche George Orwells Roman „1984“ – geschrieben 1948 – in der englischsprachigen Welt in neuen Editionen die Bestsellerlisten erklommen, mit Sicherheit kein Zufall in einer globalen Situation, die sich größten Bedrohungen ausgesetzt sieht.

Mit Utopien und Dystopien – den zwei Seiten jener Medaille, welche die menschliche Suche nach radikalen Lösungen aus dem Dilemma der unvollkommenen Existenz symbolisiert – setzt sich der Physiker Johannes Schmidl seit langem intensiv auseinander. Dabei geht es wesentlich um den Umgang und um die – gerechte? – Verteilung von beschränkten Ressourcen. Und damit um die mitunter Jahrhunderte alten Gedankenexperimente, worin die ideale Gesellschaftsordnung bzw. deren Gegenteil besteht. Sein neues Buch „Bauplan für eine Insel – 500 Jahre Utopia“ hat durch die jüngsten Ereignisse besondere Aktualität erlangt und ist vor kurzem in die „Top Ten der Zukunftsliteratur“ gewählt worden. Johannes Schmidl ist zu Gast bei Andreas Obrecht, wobei in dem Gespräch insbesondere auch reale Folgen des dystopischen/utopischen Denkens und Handelns für die Entwicklungspolitik ausgelotet werden sollen.

Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gast: Dipl.Ing. Johannes Schmidl, Energiekonsulent und Sachbuchautor

Aktuelle Bücher:
Johannes Schmidl (2016): Bauplan für eine Insel. 500 Jahre Utopia. Verlag Sonderzahl Wien, ISBN 978 3 85449 455 3
Johannes Schmidl (2014): Energie und Utopie. Verlag Sonderzahl Wien. ISBN 978 3 85449 412 6

Link zur Zukunftsbibliothek

Musik: Dani Alba - Bario, The Mind Orchestra - Moonlight, Kate Orange - Why, Spleen Musical - Shine Star. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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