WELT IM OHR Bildung Forschung Entwicklung

300 Jahre „Nachhaltigkeit“: Die Lösung für globale Probleme?

Radiosendung vom 08.07.2016









„Nachhaltigkeit“ – ein Begriff der seinen Ursprung in der Forstwirtschaft des beginnenden 18. Jahrhunderts hat – geht als durchwegs positiv verstanden um die Welt: Unternehmen schmücken ihre Produkte und Dienstleistungen damit, politische Akteur/innen sprechen von „nachhaltigen Lösungen“, transnationale und Entwicklungsorganisationen, Regierungen und UN-Resolutionen propagieren eine „nachhaltige Entwicklung“ für alle. Die Nachhaltigkeitsdebatte hat sich weit über den umweltpolitischen Diskurs hinaus etabliert. Nachhaltigkeit wird – angelehnt an die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) – über alle Themen, wissenschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen gestülpt, die nicht mehr ausschließlich nur mit „Entwicklung“ zu tun haben.
In dieser Sendung gehen wir dem Ursprung des Begriffs nach, suchen nach den Akteur/innen die ihn benutzen, befassen uns mit seiner Messbarkeit, mit Handlungsanleitungen für eine „nachhaltige Entwicklung“ sowie mit alternativen Konzepten.
Antworten auf all diese Fragen geben uns dabei österreichische und internationale Wissenschafter/innen aus den Human- und Naturwissenschaften sowie Forscher/innen anhand eines Beispiels aus dem APPEAR Projekt - „Transdisciplinarity for Sustainable Tourism Development in the Caucasus Region“, einem Projekt das sich vier Jahre lang mit nachhaltiger Tourismusentwicklung in der Kaukasusregion beschäftigen wird.

Im Interview/Kommentare
Dr. Paul Yillia, Programm Manager (water-energy nexus) bei Sustainable Energy For All, International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), Africa Utility Week / Clean Power Africa, ehemaliger OeAD-Stipendiat
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Brand, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien
Dr. Georg Grünberg, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien, Träger des Österreichischen Preises für Entwicklungsforschung 2015
Univ.Doz. Dr.Andreas Obrecht, Kulturanthropologe und habilitierter Soziologe, Autor, Leiter der OeAD Abteilung „Bildung und Forschung für internationale Entwicklungs-zusammenarbeit“

Gestaltung und Moderation: Maiada Hadaia (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste:
Tamara Mitrofanenko, MSc., Konsulentin bei UNEP, Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), APPEAR Projektmitarbeiterin
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Andreas Muhar, Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), APPEAR Projektleiter

Informationstexte des geschnittenen Beitrags im Original von:

Torsten Schäfer, Alumniportal Deutschland* sowie
Nachhaltige Energie für alle - aber für wen zuerst?

Musik: Jaime Heras - El Dorado. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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*Based on work developed on the Alumniportal Germany, managed by GIZ, Alexander von Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Goethe-Institut and funded by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ). Under the license, the platform providers, copyright holders and funders do not endorse any future versions of the material or use of the work.

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EADI – Netzwerk europäischer Entwicklungsforschung

Radiosendung vom 24.06.2016
















Die führende Dachorganisation im Bereich der Entwicklungsforschung und der diesbezüglichen Ausbildung auf europäischer Ebene ist EADI. Die „European Association of Development Research and Training Institutes“, also die europäische Organisation für Entwicklungsforschungs- und -ausbildungsinstitutionen stellt ein europaweites Netzwerk von Institutionen, Forscher/innen und Studierenden dar. Gemeinsam ist ihnen der Fokus auf Entwicklungsforschung, wobei es keine disziplinären Einschränkungen gibt. EADI hat rund 150 Mitgliedsorganisationen in 26 Ländern. Gegründet wurde die Organisation 1975. Österreichische Mitglieder sind das Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien, die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), das Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC), das Österreichische Institut für internationale Politik (OIIP) und die Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) bei der OeAD-GmbH, die derzeit alle Mitglieder im EADI-Executive Committee vertritt.

EADI bietet den Mitgliedern umfangreiche Möglichkeiten und Leistungen. Darunter ein wissenschaftliches Journal, Publikationen, Seminare, Summer Schools und institutionsübergreifende Working Groups. Zudem bietet EADI, gemeinsam mit dem International Accreditation Council, die Möglichkeit der Akkreditierung von Hochschullehrgängen im Bereich der Development Studies. Die größte Aktivität stellt die Organisation einer Generalkonferenz, alle 3 Jahre, dar. Die nächste wird zwischen 21. und 23. August 2017 in Bergen/Norwegen stattfinden.

In dieser „Welt im Ohr“-Sendung wird die Organisation EADI vorgestellt und auf die vielfältigen wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen eines aktiven europäischen Entwicklungsforschungsnetzwerkes eingegangen. Gast bei Maiada Hadaia ist Mag. Martina Neuwirth, entwicklungspolitische Expertin am Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC), die selbst in der EADI aktiv war und ist. Ein von EADI-Executive Committee-Mitglied Doris Bauer (KEF) gestalteter Beitrag, in dem insbesondere EADI-Präsidentin Prof. Dr. Isa Baud (Universität Amsterdam) zu Wort kommt, komplettiert das Studiogespräch.

Moderation: Maiada Hadaia
Gestaltung und Sendungsverantwortung: Doris Bauer, Maiada Hadaia
Gast: Mag. Martina Neuwirth - Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC)

Musik: Jibs - Intro; Sonic Ahmed - Gosch.
Im Beitrag: The Mind Orchestra - Moonlight; Dee Yan-Key - Chaleur Estivale; Dom the bear - so british.
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Flucht und Fluchtursachen: das neue Gesicht der Globalisierung

Radiosendung vom 10.06.2016



Für viele Monate war die Medienlandschaft vor allem von einem Thema beherrscht: Den Fluchtbewegungen nach Europa. Nun ist es darum wieder recht ruhig und die Schlagzeilen sind deutlich weniger geworden. Dabei brechen nach wie vor tausende Menschen aus nach wie vor umkämpften und verwüsteten Kriegsgebieten auf, um ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Es scheint ihnen aber immer weniger zu gelingen, auch bis zu uns durchzukommen. Die Schließung der Balkanroute nach Europa scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen, die Situation an unseren Grenzen wieder ruhig zu sein.

Mit Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, sprechen wir darüber, wohin sich die Fluchtbewegung verlagert hat, an welchen Grenzen diese unterbrochen wurde und welchen Verhältnissen die Flüchtenden dort ausgesetzt sind. Tyma Kraitt, Herausgeberin des Buches "Syrien. Hintergründe, Analysen, Berichte.", wird uns die Fluchtursachen näherbringen. Außerdem diskutieren wir die Frage, was Europa zur Bekämpfung der Fluchtursachen beitragen kann und welche Politik es dafür brauchen würde. Denn wenn die Wochenzeitung "Die Zeit" die Flüchtlinge als "das neue Gesicht der Globalisierung" bezeichnet, hat deren Elend vielleicht auch etwas mit uns selbst zu tun.

Gestaltung und Moderation: Fabian Unterberger (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste: Mag. Erich Fenninger (Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich)
Mag. Tyma Kraitt (Nahostexpertin und Buchherausgeberin)

Musik: Ben OThman - Arabica; Adel - Kelelinda; Elyes Landoulsi - Eddhamir; Akashic Records - African Mbira with Percussion; Youssouf Karembe - Odimiyasin; Pivert - L_homme seul. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Was tun für Klimaschutz? Zum 17. Klimatag 2016 in Graz

Radiosendung vom 27.05.2016



Wir Menschen haben den Planeten seit zweihundert Jahren verändert, wie kein anderes Lebewesen zuvor. Das haben wir geschafft mit viel und billiger Energie! Die Wirtschaft wird vor allem durch Erdöl befeuert. Was die Wissenschaft zum Klimawandel sagt, das Land Steiermark zum Klimaschutz beiträgt und die Zukunft bringen kann, hören Sie in dieser Sendung.

Der Befund: „Die zwischen 1950 und 2010 verbrauchten fossilen Brennstoffe entsprachen 50 bis 150 Millionen Jahren gespeicherten Sonnenscheins“. Circa 80% des globalen Energiebedarfs werden durch Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt. Zwischen 1750 und 2006 hat sich der CO2 Ausstoß der Menschheit um das 2700-fache vergrößert, von drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr auf 8200 Millionen Tonnen pro Jahr. (J.R. McNeill und Peter Engelke) Beim Klimagipfel der Vereinten Nationen in Paris wurde verhandelt, bis 2060 müssen alle CO2 Emissionen gestoppt werden! Sonst steigen die Temperatur und die Weltmeere: Inselstaaten und Küstenzonen würden im Meer versinken.

Die Netzwerke: Immerhin 97% der Klimaforscher sind sich beim Klimawandel einig, dass er menschgemacht ist und nur über das Beenden von CO2 Emissionen zu stoppen. Wie diese Forderung umzusetzen ist, damit beschäftigen sich Organisationen aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Drei können wir hier vorstellen: Die Klimaschutzkoordination des Landes Steiermark, das Klimaforschungsnetzwerk CCCA und das JPI-Climate Programm.

Die Klima-Kommunikation: Das Klima wandelt sich langsam – so langsam, dass die Menschheit die Chance hat den Klimaschutz langfristig zu planen. Der Klimawandel betrifft aber den Planeten. Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Bevölkerung die Zusammenhänge versteht und den eigenen Lebensstil nachhaltig gestaltet. Das ist die Aufgabe der Klima-Kommunikation.
Interviews:
Herbert Formeyer (Metereologe an der Universität für Bodenkultur, Wien)
Andrea Gössinger-Wieser (Klimaschutzkoordinatorin des Landes Steiermark)
Carel Mohn (Kommunikationsexperte und Projektleiter von „klimafakten.de“)
Hans Stötter (Leiter des Instituts für Geographie an der Universität Innsbruck)
Elisabeth Worliczek (Kulturanthropologin an der Universität für Bodenkultur, Wien – JPI-Climate)
Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser
Die Sendung: Dank gilt Angelika Wolf vom Klimaforschungsnetzwerk CCCA für die freundliche Unterstützung beim Klimatag und beim Zustandekommen der Interviews.

Musik: Triplexity-Calleso. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Von den Millenniums-Entwicklungszielen zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen

Radiosendung vom 13.05.2016



Nachdem mit den Millennium Development Goals (MDGs) seit 2000 erstmals global akkordierte Zielsetzungen die Entwicklungszusammenarbeit für 15 Jahre bestimmt hatten, liegt seit 2015 eine neue Agenda vor. In ihr bildet sich die an Bedeutung gewonnene Nachhaltigkeitsdebatte ab, die im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDGs) als für alle Länder verbindlicher Rahmen die nun vor uns liegenden 15 Jahre leiten soll. Diese in einem der bislang größten UN-Konsultationsprozesse beschlossenen und mit 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen SDGs verbinden ökologische mit sozialen Zielsetzungen.
Mit 17 Oberzielen und 169 Unterzielen sind die SDGs sehr viel breiter als die MDGs. Liegt darin die Chance umfassender nachhaltiger Entwicklungsperspektiven oder aber die Gefahr nur schwer überprüfbarer und schwammiger Zielmarken? Wie werden die finanziellen Mittel für diese stark erweiterte Entwicklungsagenda aufgebracht? Eine Agenda, die keineswegs nur für die nach dem DAC-System als „Least Developed Countries“ definierten Länder gilt, sondern ebenso für die gemeinhin als entwickelt bezeichneten Länder. Was bedeuten die SDGs also auch für politische Entscheidungen in Österreich und wie werden sie sich auf die österreichische Außen- und Handelspolitik auswirken?
Darüber diskutieren wir in der Sendung mit Annelies Vilim und Ulrich Brand. Außerdem wollen wir anlässlich der SDGs fragen, wie Nachhaltigkeit auch außerhalb eines westlichen Fortschrittsparadigmas gedacht werden kann und was unter indigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Georg Grünberg beleuchtet diese Frage aus einer u.a. guatemaltekischen Perspektive. Im Raum steht generell auch die Frage, ob es nach den MDGs nun eine in den SDGs abgebildete „Post-2015 Entwicklungsagenda“ braucht, oder aber eine „2015 Post-Entwicklungsagenda“.

Gestaltung und Moderation: Fabian Unterberger (für den Sendungsinhalt verantwortlich)
Gäste:
Mag. Annelies Vilim (Geschäftsführerin AG Globale Verantwortung)
Dr. Georg Grünberg (u.a. Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien, Träger des Österreichischen Preises für Entwicklungsforschung 2015)
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Brand (Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien)
Im Interview: Mag. Sylvia Meier-Kajbic ( Leiterin Abteilung VII.1 Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit im BMEIA)

Musik: Macroform - Dreaming; milan - Miracle; Greg Baumont - The blue star; Sweet Play - LIGHT OF FREEDOM; Kew - Dark Liquor; et_ - Tarmac. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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