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Flucht und Fluchtursachen: das neue Gesicht der Globalisierung

Radiosendung vom 10.06.2016



Für viele Monate war die Medienlandschaft vor allem von einem Thema beherrscht: Den Fluchtbewegungen nach Europa. Nun ist es darum wieder recht ruhig und die Schlagzeilen sind deutlich weniger geworden. Dabei brechen nach wie vor tausende Menschen aus nach wie vor umkämpften und verwüsteten Kriegsgebieten auf, um ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Es scheint ihnen aber immer weniger zu gelingen, auch bis zu uns durchzukommen. Die Schließung der Balkanroute nach Europa scheint ihre Wirkung nicht zu verfehlen, die Situation an unseren Grenzen wieder ruhig zu sein.

Mit Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, sprechen wir darüber, wohin sich die Fluchtbewegung verlagert hat, an welchen Grenzen diese unterbrochen wurde und welchen Verhältnissen die Flüchtenden dort ausgesetzt sind. Tyma Kraitt, Herausgeberin des Buches "Syrien. Hintergründe, Analysen, Berichte.", wird uns die Fluchtursachen näherbringen. Außerdem diskutieren wir die Frage, was Europa zur Bekämpfung der Fluchtursachen beitragen kann und welche Politik es dafür brauchen würde. Denn wenn die Wochenzeitung "Die Zeit" die Flüchtlinge als "das neue Gesicht der Globalisierung" bezeichnet, hat deren Elend vielleicht auch etwas mit uns selbst zu tun.

Gestaltung und Moderation: Fabian Unterberger (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste: Mag. Erich Fenninger (Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich)
Mag. Tyma Kraitt (Nahostexpertin und Buchherausgeberin)

Musik: Ben OThman - Arabica; Adel - Kelelinda; Elyes Landoulsi - Eddhamir; Akashic Records - African Mbira with Percussion; Youssouf Karembe - Odimiyasin; Pivert - L_homme seul. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Was tun für Klimaschutz? Zum 17. Klimatag 2016 in Graz

Radiosendung vom 27.05.2016



Wir Menschen haben den Planeten seit zweihundert Jahren verändert, wie kein anderes Lebewesen zuvor. Das haben wir geschafft mit viel und billiger Energie! Die Wirtschaft wird vor allem durch Erdöl befeuert. Was die Wissenschaft zum Klimawandel sagt, das Land Steiermark zum Klimaschutz beiträgt und die Zukunft bringen kann, hören Sie in dieser Sendung.

Der Befund: „Die zwischen 1950 und 2010 verbrauchten fossilen Brennstoffe entsprachen 50 bis 150 Millionen Jahren gespeicherten Sonnenscheins“. Circa 80% des globalen Energiebedarfs werden durch Erdöl, Kohle und Erdgas gedeckt. Zwischen 1750 und 2006 hat sich der CO2 Ausstoß der Menschheit um das 2700-fache vergrößert, von drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr auf 8200 Millionen Tonnen pro Jahr. (J.R. McNeill und Peter Engelke) Beim Klimagipfel der Vereinten Nationen in Paris wurde verhandelt, bis 2060 müssen alle CO2 Emissionen gestoppt werden! Sonst steigen die Temperatur und die Weltmeere: Inselstaaten und Küstenzonen würden im Meer versinken.

Die Netzwerke: Immerhin 97% der Klimaforscher sind sich beim Klimawandel einig, dass er menschgemacht ist und nur über das Beenden von CO2 Emissionen zu stoppen. Wie diese Forderung umzusetzen ist, damit beschäftigen sich Organisationen aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Drei können wir hier vorstellen: Die Klimaschutzkoordination des Landes Steiermark, das Klimaforschungsnetzwerk CCCA und das JPI-Climate Programm.

Die Klima-Kommunikation: Das Klima wandelt sich langsam – so langsam, dass die Menschheit die Chance hat den Klimaschutz langfristig zu planen. Der Klimawandel betrifft aber den Planeten. Klimaschutz kann nur gelingen, wenn die Bevölkerung die Zusammenhänge versteht und den eigenen Lebensstil nachhaltig gestaltet. Das ist die Aufgabe der Klima-Kommunikation.
Interviews:
Herbert Formeyer (Metereologe an der Universität für Bodenkultur, Wien)
Andrea Gössinger-Wieser (Klimaschutzkoordinatorin des Landes Steiermark)
Carel Mohn (Kommunikationsexperte und Projektleiter von „klimafakten.de“)
Hans Stötter (Leiter des Instituts für Geographie an der Universität Innsbruck)
Elisabeth Worliczek (Kulturanthropologin an der Universität für Bodenkultur, Wien – JPI-Climate)
Gestaltung und Moderation der Sendung: Walther Moser
Die Sendung: Dank gilt Angelika Wolf vom Klimaforschungsnetzwerk CCCA für die freundliche Unterstützung beim Klimatag und beim Zustandekommen der Interviews.

Musik: Triplexity-Calleso. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Von den Millenniums-Entwicklungszielen zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen

Radiosendung vom 13.05.2016



Nachdem mit den Millennium Development Goals (MDGs) seit 2000 erstmals global akkordierte Zielsetzungen die Entwicklungszusammenarbeit für 15 Jahre bestimmt hatten, liegt seit 2015 eine neue Agenda vor. In ihr bildet sich die an Bedeutung gewonnene Nachhaltigkeitsdebatte ab, die im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDGs) als für alle Länder verbindlicher Rahmen die nun vor uns liegenden 15 Jahre leiten soll. Diese in einem der bislang größten UN-Konsultationsprozesse beschlossenen und mit 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen SDGs verbinden ökologische mit sozialen Zielsetzungen.
Mit 17 Oberzielen und 169 Unterzielen sind die SDGs sehr viel breiter als die MDGs. Liegt darin die Chance umfassender nachhaltiger Entwicklungsperspektiven oder aber die Gefahr nur schwer überprüfbarer und schwammiger Zielmarken? Wie werden die finanziellen Mittel für diese stark erweiterte Entwicklungsagenda aufgebracht? Eine Agenda, die keineswegs nur für die nach dem DAC-System als „Least Developed Countries“ definierten Länder gilt, sondern ebenso für die gemeinhin als entwickelt bezeichneten Länder. Was bedeuten die SDGs also auch für politische Entscheidungen in Österreich und wie werden sie sich auf die österreichische Außen- und Handelspolitik auswirken?
Darüber diskutieren wir in der Sendung mit Annelies Vilim und Ulrich Brand. Außerdem wollen wir anlässlich der SDGs fragen, wie Nachhaltigkeit auch außerhalb eines westlichen Fortschrittsparadigmas gedacht werden kann und was unter indigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit zu verstehen ist. Georg Grünberg beleuchtet diese Frage aus einer u.a. guatemaltekischen Perspektive. Im Raum steht generell auch die Frage, ob es nach den MDGs nun eine in den SDGs abgebildete „Post-2015 Entwicklungsagenda“ braucht, oder aber eine „2015 Post-Entwicklungsagenda“.

Gestaltung und Moderation: Fabian Unterberger (für den Sendungsinhalt verantwortlich)
Gäste:
Mag. Annelies Vilim (Geschäftsführerin AG Globale Verantwortung)
Dr. Georg Grünberg (u.a. Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien, Träger des Österreichischen Preises für Entwicklungsforschung 2015)
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Brand (Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien)
Im Interview: Mag. Sylvia Meier-Kajbic ( Leiterin Abteilung VII.1 Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit im BMEIA)

Musik: Macroform - Dreaming; milan - Miracle; Greg Baumont - The blue star; Sweet Play - LIGHT OF FREEDOM; Kew - Dark Liquor; et_ - Tarmac. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Die EZA auf der Anklagebank - eine (fiktive) Gerichtsverhandlung

Radiosendung vom 29.04.2016



Am 20. Jänner 1949 präsentierte der amerikanische Präsident Harry S. Truman das Point-IV-Programm. Dieses regional nicht beschränkte wirtschaftliche Wiederaufbauprogramm hatte zum Ziel, die durch den Zweiten Weltkrieg erschütterte Weltwirtschaft wieder in Gang zu bringen. Es gilt der allgemeine Tenor, dass hiermit der Grundstein für die heutige, erst Entwicklungshilfe, später Entwicklungszusammenarbeit, gelegt wurde.
Gut 65 Jahre später, im September 2015, beschlossen die Vereinten Nationen die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), deren erstes Ziel (von insgesamt siebzehn) es ist, die nach wie vor in vielen Teilen der Welt vorherrschende absolute Armut bis 2030 zu besiegen – nun aber wirklich. Alleine in den letzten Jahrzehnten sind hunderte Milliarden US Dollar zur Armutsbekämpfung aufgewendet worden.

An diesem Punkt stellten sich Friedbert Ottacher und Thomas Vogel, zwei langjährige Kenner der Szene, Fragen: „Funktioniert Entwicklungszusammenarbeit eigentlich?“ „Wo steht sie heute?“ und „Wie sollen/wollen wir weitermachen?“.Rund um diese Fragen setzen wir in dieser Sendung die Entwicklungszusammenarbeit auf die Anklagebank. Johanna Mang als gestrenge Richterin führt die fiktive Gerichtsverhandlung, im Zeugenstand stehen Petra Navara und Michael Obrovsky. Friedbert Ottacher vertritt die Anklage und Thomas Vogel die Verteidigung der EZA.

Publikation: Friedbert Ottacher, Thomas Vogel (2015): Entwicklungszusammenarbeit im Umbruch – Bilanz – Kritik – Perspektiven. Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt.

Gestaltung und Moderation: Doris Bauer (für den Sendungsinhalt verantwortlich)
Gäste:
Dipl. Ing. Johanna Mang (stv. Geschäftsführerin LICHT FÜR DIE WELT)
Mag. Petra Navara (ehem. Geschäftsführerin HORIZONT3000 und AG Globale Verantwortung, Autorin)
Dr. Michael Obrovsky (wissenschaftlicher Leiter bei der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), KEF-Kuratoriumsmitglied)
Dipl. Ing. Friedbert Ottacher (freiberuflicher Berater, Trainer und Autor zur Entwicklungszusammenarbeit, Lektor an der Technischen Universität Wien)
Dipl.Vw. Thomas Vogel (Bereichsleiter Programme bei HORIZONT3000, Trainer, Lehrbeauftragter, Autor zu entwicklungspolitischen Themen)

Musik: Antonio Palareti - Contrapunctus II a 4 (J.S. Bach); Greg Baumont - the blue star; Pornophonique - lemmings in love; Jemex - Square 1 ft. Derrius Dean; Pornophonique - game over. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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Palästinensische Gebiete: Lokale Wissensproduktion aus dekolonialer Forschungsperspektive

Radiosendung vom 15.04.2016



Angesichts der multiplen Krisen in den Palästinensischen Gebieten und der Entwicklungszusammenarbeit in diesem besonderen Kontext, zielt das APPEAR-Projekt „Rooting Development in the Palestinian Context“ darauf ab, eine inklusive, demokratische und egalitäre Entwicklungsagenda zu erstellen.
Diese Agenda soll disziplin- und grenzübergreifend von Forscher/innen, Aktivistinnen und Aktivisten sozialer Bewegungen und politischen Akteurinnen und Akteure für den palästinensischen Kontext erarbeitet werden.
In dieser Sendung sprechen zwei Verantwortliche, sowie einige Partner/innen des Projektes über die vier Projektkomponenten, wie beispielsweise die Ausbildung der Feldforscher/innen. Hier sollen weitgehend marginalisierte palästinensische Communities in der Diaspora zu ihren jeweils konkreten Problemen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen befragt werden. Diese Befragungen und Erhebungen sollen im Rahmen des wissenschaftlichen Ausbildungsprogramms von jungen Akademiker/innen in den verschiedenen Camps in den Palästinensischen Gebieten, in Jordanien und dem Libanon durchgeführt werden. Eine weitere Komponente beschäftigt sich mit der Frage: Welche Ziele und Visionen kann eine gegenwärtige Entwicklungsagenda unter diesen Bedingungen und mit diesem Hintergrund heute verfolgen? Die Gäste und Interviewpartner/innen berichten weiters aus einer dekolonialen Forschungsperspektive über die politische und akademische Situation in den drei Partnerländern. Was das konkret bedeutet, erfahren Sie in dieser Sendung.

Gestaltung und Moderation: Maiada Hadaia (für den Sendungsinhalt verantwortlich) und Klaudia Rottenschlager

Gäste:
Dr. Helmut Krieger (Sozialwissenschafter und Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien, APPEAR Projektleiter auf der Österreichischen Seite)
Mag.a Klaudia Rottenschlager (APPEAR Projektmitarbeiterin)

Im Interview:
Ayman Abdel Majeed Rezeqallah, Projektkoordinator Rooting Dvelopment in the Palestinian Context, (Center for Development Studies, Birzeit University)
Kassem Sabbah, ( Leitung Moussawat, Libanon)
Rahma Maine, (Leitung Community Development Centre Zarqa, Jordanien),

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Musik: Dahab-Album Spirit of the Sinai: Dahab, Brother, I remember when, Overdrive, Time. Nachzuhören auf Free Music Archive und Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

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